Komponenten-Grundlagen

Wenn Sie Lazarus starten, dann haben sie in dem Hauptfenster eine Leiste mit mehreren Tabs. Diese habe ich in dem nachfolgenden Bild mit einem grünen Rahmen gekennzeichnet.

Komponenten in Lazarus.
Komponenten in Lazarus. Hier im Bild ist der Reiter „Standard“ angewählt.

Im oberen Bereich des grünen Rechtecks gibt es die sogenannten Tabs oder Reiter. Diese sind wie bei den Überschriften von Karteikarten zu handhaben. Hier wird beim Linksklicken mit der Maus die aktuelle Registerkarte heller dargestellt. In dem oberen Bild sind also die „Standard“ Komponenten ausgewählt. Diese sind die gebräuchlichsten Komponenten, die Sie für den Anfang mit dem Umgang mit Lazarus benötigen. Komponenten haben verschiedene Eigenschaften und Methoden, die im Objektexplorer angezeigt werden. Die Komponenten werden durch anklicken in der Komponentenpalette und klicken auf das Formular erzeugt.

Animation zum hinzufügen der Komponenten in Lazarus.
Hinzufügen der Komponenten.

In dem Beispiel wird zunächst eine TEdit-Komponente und später ein TButton zur Form hinzugefügt. Sie haben dann noch die Möglichkeit die Komponenten zu verschieben. Die meisten können Sie sogar in der Größe ändern. Die angewählte Komponente erkennen Sie an den 6 schwarzen Quadraten, die bei Anwahl um die Komponente sichtbar sind. In diesem Moment werden die jeweiligen Eigenschaften im Objektexplorer angezeigt.

Eigenschaften im Objektexplorer.
Anzeige der Eigenschaften im Objektexplorer.

Unter Eigenschaften sieht man den aktuellen Zustand der Eigenschaften. In dem Bild sehen Sie die oberen Eigenschaften einer TButton-Komponente. Auf der linken Seite stehen die Namen der Eigenschaften (grüner Rahmen). Diese Namen wurden durch den Programmierer festgelegt, der diese Komponente geschrieben hat. Auf der rechten Seite sehen sie die Werte (roter Rahmen). Hier können sie die Werte innerhalb ihres Gültigkeitsbereiches verändern. Die Parameter reichen hier von Boolean-Werten (True und False) bis hin zu ganzen Texten. Sollten noch zusätzliche Namen zu öffnen sein so sind diese durch ein „>“ (blauer Rahmen) gekennzeichnet. Durch einen Klick auf diese Symbol, öffnen sich noch weitere Namen mit Werten.

Fazit

Komponenten erleichtern das Programmieren ungemein. Hier hilft bereits schon das Bestücken der einzelnen Fenster. So kann bereits ohne zu Programmieren ein Grundgerüst aufgebaut werden. Dies ist für die Strukturierung des Programms sehr hilfreich. Man hat sehr schnell einen Überblick, wie das Programm aussehen kann. Da fast alle Eigenschaften bequem über den Objektinspektor einzustellen sind, entfällt auch eine Menge Quelltext. Die Veränderungen der Eigenschaften werden nicht in den *.pas Dateien gespeichert. Hierfür sind die *.lfm Dateien da. Diese brauchen aber durch den Programmierer nicht editiert zu werden, da diese Dateien von Lazarus automatisch erstellt und verwaltet werden.

Nachteile

Es gibt aber auch einen Nachteil bei dieser Arbeitsteilung. Es kann durchaus vorkommen, das eine eingestellte Eigenschaft den Quelltext beeinflusst und umgekehrt. Dies kann dazu führen, dass ein Programm nicht funktioniert. Deshalb sollten Sie die Quelltexte, die Sie hier auf Programmindex.de finden, auch nur mit den Standard-Einstellungen benutzen. Es könnte sonst sein dass, Sie durch das Verstellen einer Eigenschaft das Programm funktionslos schalten. Dadurch, dass sich der Quelltext nun auf 2 Bereiche (1. Objektexplorer und 2. Quelltext) aufteilt geht hierbei auch ein wenig Übersichtlichkeit verloren. Was gerade Anfängern von Lazarus etwas zu schaffen macht. Ich rede hier von der Fehlersuche. Da hierbei, wie beschrieben, der Fehler durch die unglückliche Kombination zweier Eigenschaften entstehen kann.

Anfänger Fehler

Versuchen Sie nicht Ihre Wünsche an ihr Programm mit Komponenten zu erreichen. Obwohl es zunächst so aussieht als könnten Sie sich Ihr Programm, durch das Zusammensuchen der richtigen Komponenten, quasi „Zusammenklicken“ ist diese Annahme falsch. Sie werden immer wieder besondere Wünsche an Ihr Programm haben. Die Möglichkeiten die es an verschiedenen Anwendungen gibt sind schier unerschöpflich. Aus diesem Grund kommen Sie um die Programmiersprache Pascal nicht herum. Der Objektinspektor ist nur ein segensreiches Hilfeinstrument für das Erstellen eines Programms. Er ersetzt keinesfalls die Kenntnisse in Pascal. Die mitgelieferten Komponenten dürften für das Erste für viele Programme ausreichend sein.

Package – Zusatzpakete

Das Nachladen von Packages ist sehr verlockend. Leider sind viele dieser Zusatzpakete nicht ausreichend dokumentiert. Daher kann es durchaus sein, dass ihr Zusatzpaket mit dem aktuellen Lazarus nicht mehr lauffähig ist oder es auch nie richtig war. Hier kann man nicht so sicher sein, dass diese auch zuverlässig funktionieren. Vielleicht sollte man, statt ein Package für eine fehlende Funktion zu laden, dann doch lieber selber eine Funktion für das Problem schreiben. Bedenken Sie, dass Sie das Zusatzpaket zusätzlich zu Ihrem Quelltext immer mit aufbewahren müssen. Wenn Sie also vor einem Jahr ein Programm geschrieben haben, welches ein Package benutzt. Und wenn Sie dann eine neue Version Programmieren wollen und nicht wussten, dass Sie ein Zusatzpaket benutzten welches Sie nun im Internet nicht mehr finden, dann ist ihr Quelltext-Programm nicht mehr funktionstüchtig. Sie müssten sich nun selbst um die Lücke in Ihrem Programm kümmern. Ist mir bereits schon mal passiert. Das ist sehr ärgerlich.